Alters- und Behindertenzahnheilkunde: Up-Date

Unsere Referentin für Alters- und Behindertenzahnheilkunde, Dr. Inga Holstermann-Does, stellt aktuelle Themen vor: 

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) stellte im letzten Jahr einen Aktionsplan für „diverses, inklusives und barrierefreies Gesundheitswesen“ vor. Für den vertrags(zahn)ärztlichen Bereich werden etliche Maßnahmen, zum Teil als Verpflichtung, formuliert:

  • Ein zentraler Punkt ist, dass Praxen barrierefrei werden sollen. Bauliche Änderungen sollen aus dem Strukturfonds gefördert werden.
  • Geplant sind zudem der Ausbau von Videosprechstunden. 
  • Die Belange von Menschen mit Behinderungen sollen im Sicherstellungsauftrag hervorgehoben werden. 
  • Weitere Änderungen sollen Versorgung und administrative Abläufe in spezialisierten medizinischen Zentren für Kinder und Erwachsene mit Behinderungen (MZEB) verbessern. 
  • Das BMG beabsichtigt zudem, die Versorgung von Menschen mit Behinderungen, die zu ihrer zahnmedizinischen Versorgung auf Vollnarkosen angewiesen sind, zu verbessern.

 

Vertragszahnärztliche Versorgung von vulnerablen Patientengruppen unter besonderer Berücksichtigung von Behandlung in Intubationsnarkosen (ITN)

Im Februar 2025 fand auf Initiative der DGZMK eine Besprechung zur zahnmedizinischen Versorgung vulnerabler Gruppen und der Umsetzung des „Aktionsplans für ein diverses, inklusives und barrierefreies Gesundheitswesen“ statt: Eine Verbesserung der zahnmedizinischen Versorgung vulnerabler Gruppen ist dringend erforderlich. Dabei müssen Definitionen, Qualitätsstandards, Datenerhebung und Finanzierungsfragen klar geregelt werden. Die Anästhesieversorgung steht besonders im Fokus, sowohl ambulant als auch stationär.

 

Pflegekalender „Handbuch der Mundhygiene – Ein Ratgeber für Pflegepersonal und unterstützende Personen“

Die Ausschüsse Alterszahnmedizin und inklusive Zahnmedizin haben den erfolgreichen Pflegekalender „Handbuch der Mundhygiene“ im Berichtszeitraum überarbeitet.

 

LAGP zur Förderung der Mundgesundheit in der Pflege

Schwerpunkt der diesjährigen Jahrestagung ist die Vorstellung verschiedener Versorgungskonzepte. 

 

DGAZ (Deutsche Gesellschaft Alterszahnmedizin)

Die S2k-Leitlinie „Zahnmedizinische Betreuung des Geriatrischen Patienten“ soll 2025 fertiggestellt werden. Ziel ist es, den in die Versorgung eingebundenen Personen Unterstützung zu geben. Des Weiteren beinhaltet die Leitlinie Informationen für Erkrankte, Angehörige und Betreuer.




So ist der Stand in Bremen:

  • Pflegeheim: Hier gibt es Kooperationsverträge mit ausgewählten Zahnärzten
  • Hausbesuche: die KZV erstellt eine Liste, mit Zahnärzten, die Hausbesuche vornehmen (derzeit ca. 12 ZÄ)


Wir informieren:

  • Referentin für Alters- und Behindertenzahnheilkunde: Dr. Inga Holstermann-Does
  • Patientenberatung: Marie-Madeleine Lüters informiert am Telefon Patienten.  
  • ZÄK-Homepage: Tipps zur Mundpflege von pflegebedürftigen Patienten und Behinderten Patienten: Patienten https://zaek-hb.de/weitere-informationen-und-tipps

 

Fortbildungsangebote in Bremen

 

KZV Bremen

  • 24.06.2026, 18.00 Uhr: Info Tag für interessierte Zahnärztinnen und Zahnärzte 
  • Ansprechpartnerin: Sabine Boehnke Tel: 0421 22007-39


 

BZÄK

Pflegebedürftige MenschenGezielt Erkrankungen vorbeugen

Zahnpflege für Pflegebedürftige

Pflegebedürftige MenschenTipps zur Zahn- und Mundpflege bei pflegebedürftigen Senioren

Pflegebedürftige MenschenProblem Mundtrockenheit

Reinigung und Befeuchtung der Mundschleimhäute

Pflegebedürftige MenschenMedikamente im Mund anwenden

Einsatz von Medikamententrägern

Menschen mit BehinderungTipps für die Mundpflege bei Menschen mit Behinderung

SeniorenSuppe oder Kauen?

Zahngesunde Ernährung im Alter

Die DrittenZahnersatz

Teilprothesen oder Vollprothesen richtig Ein- und Ausgliedern

Die DrittenHerausnehmbarer Zahnersatz

Prothesen richtig reinigen

Die DrittenZahnprothesen

Korrekte Anwendung von Haftcreme

„Ist Alterszahnmedizin sexy?“ diese Frage stellte Prof. Benz, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Seniorenzahnmedizin provokativ:

Na klar – bei der aufsuchenden Betreuung erhält man so viel Dankbarkeit von den Patienten, die in der Hektik des täglichen Praxisgeschehens oft vergessen wird.



Heimbesuche lohnen sich:

Die Abrechnungspositionen nach Paragraf 22a SGB V machen es leicht, sich für eine Kooperation mit einer Pflegeeinrichtung zu entscheiden, in den Praxisalltag zu integrieren und das außer budgetär. Die verkürzte PAR-Strecke für Menschen mit Pflegebedarf gibt uns dazu noch eine vereinfachte Möglichkeit, diesen Menschen zu helfen, denn gesundes Zahnfleisch trägt auch zur besseren Allgemeingesundheit bei, beispielsweise bei Diabetespatienten.

Wir müssen uns immer vor Augen halten, wie wir im Alter versorgt sein möchten und wahrscheinlich werden wir genauso dankbar sein, wenn es dann junge Kollegen gibt, die sich um unsere Zahngesundheit bemühen.

Dr. Inga Kristine Holstermann-Does
Referentin für Alters- und Behindertenzahnheilkunde