Aufklärungskampagne der BZÄKParodontitis frühzeitig erkennen

Digitale Kampagne klärt auf, sensibilisiert für Symptome und regt an zur VorsorgeZahnfleischbluten, Mundgeruch – Patienten unterschätzen Symptome und Auswirkungen einer Parodontitis

Als „stille“ Erkrankung mit relativ unspezifischen Symptomen wird eine Parodontitis von den Patientinnen und Patienten oft nicht wahrgenommen. Der Check beim Zahnarzt kommt häufig zu spät, so dass die Erkrankung unbemerkt und unbehandelt voranschreiten kann. Auch die Notwendigkeit einer nachhaltigen Behandlung, die nicht mit einem einmaligen Zahnarztbesuch endet, ist vielen nicht bekannt. Die Folge: Die Parodontitisprävalenz in Deutschland ist zu hoch.

 

Paro-Check steht im Mittelpunkt

Die Bundeszahnärztekammer startet deshalb mit Unterstützung der Zahnärztekammer Bremen ab Mitte März 2022 eine Aufklärungskampagne über die Risiken, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten einer Parodontitis. Im Mittelpunkt der Kampagne steht der sogenannte Paro-Check auf www.paro-check.de. Mit diesem kurzen Check können Patientinnen und Patienten niedrigschwellig online schnell und unkompliziert testen, ob der Verdacht auf eine Parodontitis besteht. Außerdem informiert die Webseite über die Symptome und die Behandlungsschritte einer Parodontitis.

Ob „Parodontitis“ oder „Parodontose“: Fast jeder fünfte Deutsche weiß nicht, was das ist

Parodontitis – früher Parodontose genannt – ist eine Volkskrankheit in Deutschland. Aber was wissen die Deutschen über eine Erkrankung, von der Millionen von Menschen betroffen sind? Eine forsa-Umfrage* im Auftrag der Bundeszahnärztekammer hat nachgefragt – mit teilweise erstaunlichen Ergebnissen.

 

Wichtige Symptome wie Mundgeruch sind vielen nicht bekannt

So kennt fast jeder fünfte Befragte (18 Prozent) weder den Begriff Parodontitis noch Parodontose. Bei den Jüngeren zwischen 18 und 29 Jahren sind es sogar 59 Prozent, die diese Volkskrankheit nicht kennen. Nur 56 Prozent bringen richtigerweise Mundgeruch mit Parodontitis in Verbindung, gleichzeitig glauben 53 Prozent, Zahnschmerzen seien ein Symptom – was so nicht korrekt ist.

 

Minderheit unterschätzt die Risiken einer Parodontitis komplett

Symptome wie Zahnfleischbluten und freiliegende Zahnhälse werden von 88 bzw. 78 Prozent der Befragten als Parodontitis-Symptome genannt.

Jeder Achte (12 Prozent) hält eine Parodontitis für harmlos, aber vier von fünf Deutschen (82 Prozent) wissen, dass eine Parodontitis Auswirkungen auf die gesamte körperliche Gesundheit haben kann.

 

Mehrheit sucht bei Symptomen Zahnarzt oder Zahnärztin auf

Immerhin etwa zwei Drittel der Befragten würden bei Symptomen wie Mundgeruch (63 Prozent) und Zahnfleischbluten (69 Prozent) den Zahnarzt oder die Zahnärztin aufsuchen. 40 Prozent allerdings würden bei Zahnfleischbluten lediglich eine weichere Zahnbürste benutzen, 36 Prozent einfach eine spezielle Zahnpasta. Jeder Zehnte würde bei Zahnfleischbluten sogar gar nichts unternehmen.

Von den 18- bis 29-Jährigen – die ohnehin weniger über Parodontitis wissen – würde bei Zahnfleischbluten nur etwas mehr als die Hälfte zahnärztlichen Rat suchen.

 

Paro-Check machen

Die Bundeszahnärztekammer hat mit Unterstützung der (Landes-)Zahnärztekammern eine Aufklärungskampagne gestartet, um gerade die stärker betroffenen Altersgruppen (über 45-Jährige) für die Symptome und Risiken einer Parodontitis zu sensibilisieren. Kern der Kampagne ist der sogenannte Paro-Check (www.paro-check.de), mit dem man schnell online testen kann, ob ein Verdacht auf Parodontitis besteht. Die Seite informiert außerdem über die Symptome und die konkreten Behandlungsschritte bei einer Parodontitis.

 

Hintergrund

Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates, dem Gewebe, das die Zähne umgibt. Betroffen sind laut Mundgesundheitsstudie DMS V mehr als die Hälfte der Menschen ab 35 Jahren, ab 65 Jahren fast zwei Drittel (65 Prozent), sogar 90 Prozent bei den Hochbetagten. Es ist eine „stille Krankheit“, die oft erst spät entdeckt wird. Zu den häufigen Symptomen gehören Mundgeruch, Zahnfleischbluten, freiliegende Zahnhälse und gelockerte Zähne bis zum Endstadium Zahnverlust.

Eine Parodontitis kann gesundheitliche Auswirkungen auf den ganzen Körper haben und hat Wechselwirkungen mit Krankheiten wie Diabetes mellitus sowie Herz- und Kreislauferkrankungen. Aber eine Parodontitis kann behandelt werden. Zähne können durch eine gezielte Vorsorge bis ins hohe Alter erhalten bleiben.

*) Im Rahmen der repräsentativen Umfrage wurden 1.001 Personen im Zeitraum vom 18. bis 22. Februar 2022 von dem Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Bundeszahnärztekammer befragt.